Herz CT kompakt erklärt: Das Wichtigste auf einen Blick
CT steht für Computertomographie, ein nicht-invasives bildgebendes Röntgenverfahren, das detaillierte Schnittbilder des Körpers aus verschiedenen Winkeln erstellt. Ein rotierender Röntgenstrahler erzeugt überlagerungsfreie Schichtaufnahmen, die anschließend zu dreidimensionalen Ansichten zusammengesetzt werden. Das Herz-CT konzentriert sich auf Aufnahmen des Herzens und der angrenzenden großen Gefäße (Aorta, Pulmonalarterie). Oft wird es auch als Kardio-CT (von griechisch: kardia = Herz) bezeichnet.
Die typischen Einsatzfelder für das Herz-CT liegen im Erkennen von Veränderungen an den Herzkranzgefäßen und dem Einschätzen des individuellen Risikos für die koronare Herzkrankheit. Dabei bietet es eine erste Orientierung über mögliche Engstellen und Ablagerungen. Die Risikobewertung erfolgt anhand definierter Klassifikationssysteme wie CAD-RADS zur Einordnung koronarer Stenosen oder Plaque-Typen.
Die Herz-CT-Untersuchung dauert nur wenige Minuten und kann problemlos ambulant stattfinden. Sie wird liegend durchgeführt, wobei die Kommunikation mit dem Radiologen über eine Gegensprechanlage erfolgt.
Kardio-CT-Ablauf: Vorbereitung, Durchführung & Dauer
Um maximale Sicherheit und optimale Ergebnisse zu gewährleisten, klären wir im Vorfeld des CT-Termins Vorerkrankungen, Risikofaktoren und aktuelle Medikamente mit Ihnen ab. Außerdem nehmen wir Ihnen Blut ab, um Nierenwerte und Schilddrüsenwerte zu überprüfen.
Am Tag der Untersuchung ist keine spezielle Vorbereitung nötig. Sie können gern ein leichtes Frühstück zu sich nehmen, sollten jedoch nichts trinken, was eine anregende Wirkung hat (z. B. Kaffee, schwarzer oder grüner Tee, Energy-Drinks). Schmuck und metallische Gegenstände im Brustbereich können beim Herz-CT stören und müssen daher abgelegt werden.
Unmittelbar vor dem Herz-CT legen wir ein EKG an und setzen einen venösen Zugang. Über diesen können wir je nach Fragestellung und Bedarf schnell und einfach Medikamente zur Pulsberuhigung (Betablocker) oder zur Erweiterung der Herzkranzgefäße (Nitrate) sowie ein Kontrastmittel verabreichen.
Während der schmerzfreien Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die langsam in den Computertomographen eingefahren wird. Wichtig ist, sich nicht zu bewegen, nicht zu sprechen und die Atemanweisungen zu befolgen. Die eigentliche Bildaufnahme dauert nur wenige Sekunden. Insgesamt nimmt das Herz-CT nur fünf bis zehn Minuten in Anspruch, mit Vorbereitung circa 15 Minuten.
Mögliche Nebenwirkungen und Komplikationen beim Herz CT
Zu den typischen Herz-CT-Nebenwirkungen gehören vor allem harmlose Reaktionen auf das Kontrastmittel, etwa ein kurzes Wärmegefühl oder ein metallischer Geschmack. Diese Erscheinungen klingen in der Regel rasch wieder ab und gelten als unbedenklich.
Manchmal treten Überempfindlichkeitsreaktionen gegen das Kontrastmittel auf, die sich in einer Hautrötung oder Juckreiz äußern. Schwerere allergische Reaktionen sind äußerst selten und lassen sich gut über Medikamente abfangen. Die Computertomographie ist mit einer geringen Strahlenbelastung verbunden, die jedoch im Vergleich zu früher und zu anderen Organ-CTs sehr moderat ausfällt.
Obwohl das Herz-CT als risikoarm gilt, gibt es einige Fälle, in denen die Untersuchung nicht möglich ist, etwa bei Schwangerschaft, schwerer Röntgenkontrastmittelallergie und unbehandelter Schilddrüsenüberfunktion. Bei eingeschränkter Nierenfunktion, Herzrhythmusstörungen, Diabetes und bestimmten Medikamenten wägen wir genau ab, ob der Nutzen das Risiko überwiegt oder ob sich die Sicherheit durch vorbereitende Maßnahmen erhöhen lässt.
Eine Altersbeschränkung gibt es für das Herz-CT nicht. Bei Kindern prüfen wir jedoch sehr genau, ob die Untersuchung wirklich notwendig ist, und passen die Technik entsprechend an, um die Strahlenbelastung zu minimieren.
Nachsorge und Ergebnisse einer Herz CT
Nach der Untersuchung können Sie für gewöhnlich sofort in Ihren normalen Alltag zurückkehren. Wurde das Herz-CT mit einem Kontrastmittel durchgeführt, sollten Sie im Tagesverlauf ausreichend trinken, um die Ausscheidung zu unterstützen. Haben Sie Medikamente zur Pulsberuhigung erhalten, kann es sinnvoll sein, sich etwas Ruhe zu gönnen.
Die Einstichstelle des venösen Zugangs kann leicht druckempfindlich sein oder einen kleinen Bluterguss aufweisen. Das ist im Allgemeinen kein Grund zur Sorge. Treten jedoch anhaltende Rötungen, Schwellungen oder ungewöhnliche Beschwerden auf, melden Sie sich bitte bei uns.
Weitere Schritte oder Empfehlungen besprechen wir mit Ihnen in unserer Praxis am Promenadenplatz oder telefonisch, sobald der Befund vorliegt. Das ist meist am Folgetag der Untersuchung der Fall. Sollte eine weitere Betreuung notwendig sein, koordinieren wir diese mit Ihnen.