Rechtsherzkatheter: Ablauf, Dauer und Aussagekraft

In der modernen Kardiologie zählt ein Herzkatheter zu den invasiven, diagnostischen Verfahren. Während der Linksherzkatheter vor allem zur Beurteilung der Herzkranzgefäße eingesetzt wird, dient der Rechtsherzkatheter der präzisen Messung von Druck- und Sauerstoffverhältnissen im rechten Herzen und im Lungenkreislauf.

Ein Rechtsherzkatheter liefert wichtige hämodynamische Daten, die mit keiner anderen Untersuchungsmethode in vergleichbarer Genauigkeit erhoben werden können. Eingesetzt wird der Rechtsherzkatheter insbesondere dann, wenn der Verdacht auf eine Erkrankung des Lungenkreislaufs oder auf strukturelle Veränderungen des rechten Herzens besteht.

Frau Dr. Irmingard Reindl im Gespräch mit einem Patienten

Rechtsherzkatheter im Überblick

Der Rechtsherzkatheter gehört zu den invasiven, aber schmerzarmen Untersuchungen. Bei diesem Verfahren wird ein dünner, flexibler Katheter über die Vena femoralis (Leistenvene) zum rechten Vorhof und in die rechte Herzkammer vorgeschoben. Von dort gelangt der Ballonkatheter zu den Pulmonalarterien.

Das Ziel der Rechtsherzkatheter-Untersuchung ist die direkte Messung der Sauerstoffsättigung im Lungenkreislauf und der Druckwerte im rechten Herzen. Bei einem gesunden Menschen liegt der mittlere pulmonalarterielle Druck bei weniger als 20 mmHg. Als Goldstandard der Diagnosesicherung in der Kardiologie ermöglicht der Rechtsherzkatheter die exakte Messung des Lungenkreislaufs und damit die sichere Diagnose der pulmonalen Hypertonie (Lungenhochdruck).

Typische Indikationen vom Rechtsherzkatheter umfassen den Verdacht auf pulmonale Hypertonie, häufig infolge bereits durchgemachter schwerer Lungenembolien. Auch bei vermuteten Shuntverbindungen zwischen den Herzhöhlen kann die Rechtsherzkatheter Untersuchung zur diagnostischen Klärung beitragen. Die Rechtsherzkatheter-Dauer beträgt im Schnitt 20 bis 40 Minuten. In geeigneten Fällen ist der Rechtsherzkatheter ambulant möglich.

Indikationen und Einsatz des Rechtsherzkatheters

 

Herkatheter

Ein Rechtsherzkatheter kommt zum Einsatz, wenn nicht-invasive Untersuchungen keine eindeutige Diagnose ermöglichen oder eine genaue Druckmessung erforderlich ist.

Typische Indikationen für den Rechtsherzkatheter sind:

  • Unklare Befunde in der Bildgebung: Wenn ein Ultraschall Hinweise auf eine Druckbelastung liefert, diese jedoch nicht exakt quantifiziert werden kann.
  • Verdacht auf pulmonale Hypertonie (Lungenhochdruck): Der Rechtsherzkatheter gilt hier als Goldstandard, da er die Druckverhältnisse im Lungenkreislauf direkt misst.
  • Unklare Atemnot (Dyspnoe): Insbesondere bei belastungsabhängigen Beschwerden ohne eindeutige Ursache.
  • Therapieplanung und Verlaufskontrolle: Beurteilung des Schweregrades und gezielte Steuerung der Behandlung.
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Der Rechtsherzkatheter liefert präzise hämodynamische Messwerte und ist damit eines der zuverlässigsten Verfahren zur definitiven Abklärung komplexer kardiopulmonaler Fragestellungen.

Vorbereitung und medizinische Rahmenbedingungen eines Rechtsherzkatheter

Vorbereitend auf die Durchführung eines Rechtsherzkatheters, erfolgt eine Blutentnahme zur Kontrolle von Nierenfunktion, Gerinnung und Schilddrüsenwerten. Eine EKG-Kontrolle ergänzt die Vorbereitung, zudem wird ein ausführliches und individuelles Risiko- und Aufklärungsgespräch durchgeführt.

Am Untersuchungstag erfolgt die Vorstellung nüchtern, nach einer Nahrungskarenz von vier bis sechs Stunden, in der kooperierenden Klinik. Im vorausgehenden Aufklärungsgespräch wird bereits besprochen, ob gerinnungshemmende Medikamente abgesetzt werden müssen.

Kontraindikationen vom Rechtsherzkatheter

Der Rechtsherzkatheter ist ein etabliertes, invasives Verfahren, das in der Regel sicher durchgeführt werden kann.

Folgende relative Kontraindikationen gilt es zu beachten:

  • Schwere Niereninsuffizienz
  • Ausgeprägte Schilddrüsenüberfunktion
  • Allergie gegen Kontrastmittel

Bei Vorliegen einer (relativen) Kontraindikation werden die individuellen Möglichkeiten sorgfältig geprüft, um festzulegen, ob der Rechtsherzkatheter ambulant durchgeführt werden kann oder eine stationäre Aufnahme erforderlich ist.

Rechtsherzkatheter-Ablauf im Überblick

Der Rechtsherzkatheter-Ablauf beginnt mit der sterilen Vorbereitung in unserer kooperierenden Klinik. Nachdem eine lokale Betäubung gesetzt wurde, wird die Vena femoralis punktiert. Der Arzt führt den Katheter nun schwimmend mit dem Blutstrom durch den rechten Vorhof und die rechte Herzkammer bis in die Pulmonalarterien.

Es folgt die permanente Überwachung der Sauerstoffsättigung und der Druckwerte. So können die Herz- und Lungenfunktion differenziert beurteilt werden. Bei Bedarf wird zur optimierten Darstellung ein Kontrastmittel gespritzt, welches zu einer kurzen Wärmeentwicklung im Körper führen kann. Diese ist zügig rückläufig.

Während der gesamten Untersuchungsdauer bleibt der Patient wach und ansprechbar. Der Rechtsherzkatheter verursacht in der Regel keine Schmerzen, teils wird ein lokales Druck- oder Fremdkörpergefühl wahrgenommen. Auch nach dem Rechtsherzkatheter Ablauf erfolgt eine medizinische Überwachung. Eine Entlassung ist in der Regel noch am selben Tag möglich.

Risiken und spezifische Komplikationen des Rechtsherzkatheters

Eine Herzkatheteruntersuchung ist sinnvoll, wenn eine genaue Beurteilung der Herzkranzgefäße, Herzkammern oder Herzklappen erforderlich ist.

Mögliche Risiken des Rechtsherzkatheters sind:

  • Lokale Komplikationen an der Einstichstelle: Dazu zählen vor allem kleine Hämatome (Blutergüsse) oder leichte Nachblutungen.
  • Gefäßverletzungen: In seltenen Fällen kann es zu Verletzungen venöser Gefäße während des Vorschiebens des Katheters kommen.
  • Herzrhythmusstörungen : Durch die Kathetermanipulation im Herzen können vorübergehend Rhythmusstörungen auftreten, die in der Regel selbstlimitierend sind.
  • Sehr seltene schwerwiegende Komplikationen: Verletzungen von Herz oder Lunge, beispielsweise mit der Folge einer Lungenblutung.
  • Reaktionen auf Medikamente oder Kontrastmittel: Gelegentlich kann es zu allergischen Reaktionen oder Kreislaufbeschwerden kommen.

Vor der Untersuchung erfolgt eine ausführliche ärztliche Aufklärung, in der alle individuellen Risiken besprochen werden. Während des Eingriffs werden Sie kontinuierlich überwacht. Sollte es zu Komplikationen wie allergischen Reaktionen oder Kreislaufinstabilität kommen, wird die Untersuchung sofort unterbrochen und entsprechend behandelt.

Unsere kardiologische Betreuung rund um den Rechtsherzkatheter

In unserer kardiologischen Praxis am Promenadeplatz führen wir die Untersuchung mit Kooperationskliniken unter ambulanten Bedingungen durch. In der Vorsorge, Nachsorge und langfristigen medizinischen Betreuung begleiten wir Sie umfassend und persönlich.

Wichtige Fragen zur Rechtsherzkatheter-untersuchung

Der Rechtsherzkatheter ist schmerzarm. Einige Patienten empfinden die Punktion als unangenehm, dies hängt vom individuellen Schmerzempfinden ab.

Die übliche Rechtsherzkatheter-Dauer liegt zwischen 20 und 40 Minuten.

Kleine Blutergüsse sind möglich. Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehören Herzrhythmusstörungen, Gewebe- und Gefäßverletzung, Thrombose und Embolien oder allergische Reaktionen.

Ein Rechtsherzkatheter wird bei Verdacht auf pulmonale Hypertonie, Shuntverbindungen oder Formen der Lungenembolie durchgeführt.

Ein Rechtsherzkatheter ist ambulant möglich, wenn keine kardialen Vorerkrankungen oder Herz-Rhythmus-Störungen bestehen. Bei Risikopatienten ist eine stationäre Aufnahme in der Klinik nötig.

Ja, es wird eine Überweisung benötigt, um einen Rechtherzkatheter durchzuführen. Bei einem stationären Aufenthalt oder einem akuten Notfall ist keine Überweisung nötig.