Stressechokardiographie –
Belastungstest fürs Herz

Die Beurteilung der Herzfunktion unter Stressbedingungen kann diagnostische Informationen liefern, die sich in der Ruheuntersuchung nicht nachweisen lassen. Während die Echokardiographie das Herz unter Ruhebedingungen beurteilt, ermöglicht die Stressechokardiographie die Erkennung belastungsabhängiger Funktionsstörungen und Durchblutungsstörungen.

Die Stressechokardiographie nutzt dabei eine Kombination aus hochauflösender Bildgebung und gezielter Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, um zusätzliche Einblicke zu gewinnen.

Dr. Bernhard Nagel untersucht einen Patienten mittels Ultraschall.

Stressechokardiographie:
Das Wichtigste auf einen Blick

Der Begriff Stressechokardiographie steht für eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, die unter Belastung auf einer Fahrradliege mit 12-Kanal-EKG stattfindet. Damit ist es möglich, die Funktionsweise des Organs unter Stressbedingungen zu beurteilen und Funktionsstörungen zu identifizieren, die sich unter Ruhebedingungen nicht zeigen würden. Typische Einsatzfelder sind:

  • Durchblutungsstörungen am Herzen bei Verdacht auf oder bekannter koronarer Herzerkrankung
  • Verdacht auf Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie)
  • Abklärung von Herz-Rhythmus-Störungen
  • Leistungsdiagnostik
  • Abklärung von Klappenerkrankungen

Die Stressecho-Untersuchung erfolgt unter kontrollierter körperlicher oder medikamentöser Belastung, während gleichzeitig Ultraschallaufnahmen des Herzens erstellt werden. Unter anderem zeigt die Stress-Echokardiographie Wandbewegungsstörungen, Veränderungen der Pumpfunktion, Blutdruck- und Herzfrequenzreaktionen sowie die Klappenfunktion. Die Interpretation erfolgt unter Berücksichtigung alters- und geschlechtsspezifischer Normbereiche.

Im Durchschnitt dauert die Stressechokardiographie 20 Minuten, wobei die aktive Belastungsphase nur einen Teil der Gesamtdauer ausmacht.

Indikationen, Risikogruppen und diagnostische Ziele
der Stressechokardiographie

Das Stress-Echo ist immer dann sinnvoll, wenn Herzbeschwerden auftreten, die sich im Ruhezustand nicht abschließend klären lassen. Unklare Brustschmerzen, Atemnot und unerklärliche Leistungsschwäche gehören ebenso zu den Indikationen für die Stressechokardiographie wie klärungsbedürftige Vorbefunde aus einem normalen Belastungs-EKG oder die Suche nach Verengungen der Herzkranzgefäße bei der koronaren Herzkrankheit (KHK). Darüber hinaus lässt sich die Untersuchungsmethode einsetzen, um das Herzrisiko vor großen chirurgischen Eingriffen einzuschätzen.

Die Stressechokardiographie wird in erster Linie für Menschen empfohlen, bei denen eine behandlungsbedürftige Herzerkrankung vorliegen könnte. Die wichtigsten Risikogruppen sind:

  • Patienten mit Verdacht auf koronare Herzkrankheit (KHK)
  • Patienten mit unklarer Luftnot
  • Personen mit hohem kardiovaskulärem Risikoprofil (z. B. Bluthochdruck, starkes Übergewicht, Diabetes, familiäre Vorbelastung für Herzinfarkte)
  • Patienten mit bekannten Herzklappenfehlern
  • Patienten mit eingeschränkter Belastbarkeit
  • Ergebniskontrolle nach Stent-Implantationen oder Bypass-Operationen

Das primäre Ziel der Stressechokardiographie besteht darin, verengte Herzkranzgefäße zu identifizieren. Treten unter Belastung Wandbewegungsstörungen am Herzmuskel auf, deutet das auf eine Unterversorgung mit Sauerstoff hin. Bei Patienten mit bekannter Herzerkrankung oder nach einem Infarkt wird geprüft, ob geschädigte Herzmuskelareale noch vital sind und sich ihre Funktion durch einen Stent oder Bypass verbessern ließe. Die Messung der Druckgradienten und des Blutflusses unter Belastung ermöglicht Aussagen darüber, wie schwerwiegend Herzklappenfehler sind. Bei unklaren Symptomen wie Brustschmerzen oder Atemnot können wir mit einer Echokardiographie in München kardiale Ursachen feststellen oder ausschließen.

Durchführung und Ablauf der Stressecho Untersuchung

Eine besondere Vorbereitung ist für die Stress-Echokardiographie nicht erforderlich. Nehmen Sie bradykardisierende Medikamente wie Betablocker oder Digitalis, sollten Sie diese (nach ärztlicher Rücksprache) circa zwei Tage vor der Untersuchung absetzen, da sie das Untersuchungsergebnis beeinflussen können. Verzichten Sie zwei bis vier Stunden vor dem Test auf schwere Mahlzeiten. Da Sie während der Stressecho Untersuchung körperlich aktiv sein werden, sind Sportkleidung und -schuhe sinnvoll.

Vor der Stressechokardiographie werden EKG-Elektroden und eine Blutdruckmanschette angebracht. Dann folgt eine Ultraschalluntersuchung Ihres Herzens unter Ruhebedingungen. Hierbei liegen Sie auf der linken Seite, da sich das Herz so am besten beurteilen lässt.

Stressechokardiographie unter körperlicher Belastung

Beim körperlichen Belastungstest vom Herzecho treten Sie auf einem speziellen Liege-Fahrrad-Ergometer in die Pedale. Der Ablauf ist ähnlich zum Fahrradfahren im Fitnessstudio, nur unter medizinischer Überwachung. Die Last wird während der Stressecho Untersuchung schrittweise erhöht, während der Arzt Ihr Herz im Ultraschall beobachtet.

Stressechokardiographie unter medizinischer Belastung

Können Sie aufgrund von Muskel- oder Gelenkproblemen nicht Rad fahren oder ist körperliche Belastung grundsätzlich nicht möglich, wird die Belastung für das Stressecho medikamentös umgesetzt. Dazu bekommen Sie über einen Venenzugang ein Medikament, welches Ihr Herz schneller und kräftiger schlagen lässt. Reicht die Bildqualität für eine präzise Diagnose nicht aus, wird ein Kontrastmittel genutzt. Die Stressechokardiographie dauert circa 20 Minuten. Sie gilt als abgeschlossen, wenn die maximale Belastung erreicht ist oder Symptome auftreten.

Risiken und Sicherheit beim Stressecho: Mögliche Komplikationen und besondere Sicherheitsmaßnahmen

Die Risiken der Stressechokardiographie lassen sich mit denen beim Belastungs-EKG vergleichen. Die verabreichten Medikamente werden im Allgemeinen gut vertragen. Um das Gefahrenpotenzial möglichst gering zu halten, werden Sie im Vorfeld gründlich untersucht. Zudem wurden bestimmte Kriterien festgelegt, bei deren Vorliegen die Stressechokardiographie vorzeitig abgebrochen wird. Dazu zählen:

  • Rhythmusstörungen im EKG
  • Blutdruckentgleisung
  • Erschöpfung
  • Akuter Brustschmerz
  • Akute Atemnot

Die häufigste Nebenwirkung besteht in starkem Schwitzen. In seltenen Fällen können die verabreichten Medikamente Schwindel, Kopfschmerzen oder Übelkeit hervorrufen. Diese Beschwerden legen sich nach der Stressechokardiographie meist von allein wieder. Wenn nicht, kann der Arzt weitere Maßnahmen einleiten.

Nachsorge und Ergebnisse einer Stressecho Untersuchung

Nach der Stressechokardiographie bleiben Sie noch für 15 bis 30 Minuten unter Beobachtung, bis sich Herzschlag und Blutdruck normalisiert haben. Erst danach werden das Blutdruckmessgerät und das EKG entfernt. Autofahren ist anschließend sofort wieder möglich. Wurden beim Stressecho Medikamente zur Stresserzeugung eingesetzt, verlängert sich die Wartezeit auf 30 bis 60 Minuten. In diesem Fall ist es ratsam, sich für den Rest des Tages nicht selbst hinter das Steuer zu setzen.

Wurde bei der Stressechokardiographie eine belastungsinduzierte Erkrankung oder eine koronare Herzerkrankung festgestellt, bespricht der Arzt das Ergebnis mit Ihnen und leitet geeignete Maßnahmen ein. Eine regelmäßige Wiederholung der Untersuchung unterstützt die Verlaufskontrolle.

Ihre Ansprechpartner für die Stressechokardiographie in München

Die Stressechokardiographie ermöglicht eine Beurteilung der Herzfunktion unter Belastung und kann Veränderungen sichtbar machen, die in Ruhe häufig unentdeckt bleiben. Dadurch liefert sie wertvolle Informationen zur Abklärung von Durchblutungsstörungen, zur Beurteilung der Belastbarkeit des Herzens sowie zur Verlaufskontrolle bestimmter Herzerkrankungen. Vereinbaren Sie gerne einen Termin in der Kardiologie am Promenadeplatz und lassen Sie sich persönlich zu den Einsatzmöglichkeiten und Vorteilen der Stressechokardiographie beraten.

Wichtige Fragen zur Stressechokardiographie

Die Stressechokardiographie verursacht in der Regel keine Schmerzen. Die körperliche oder medikamentöse Belastung kann sich aber anstrengend anfühlen.

Ein Belastungs-EKG misst nur die elektrische Aktivität des Herzens unter Belastung, während das Stressecho zusätzlich die Herzfunktion per Ultraschall sichtbar macht.

Sofern eine medizinische Notwendigkeit besteht, werden die Kosten der Stressechokardiographie von den gesetzlichen Kassen übernommen.